Nach jahrelanger Entwicklung brachte die japanische Spiele-Schmiede Square Enix das Massively Multiplayer Online Role-Playing Game (MMORPG) „Final Fantasy XIV Online“ für den PC heraus. Im März 2011 soll die PS3-Version dann folgen. - Doch werfen wir nun einen Blick in die Ideenumsetzung von Hiromichi Tanaka und seiner Welt namens Eorzea.
Vor dem Spielbeginn folgt das übliche Prozedere, wie es die Spieler von „Final Fantasy XI Online“ kennen; eine umfangreichen Installation mit anschließenden Updates. Im Anschluss erstellt man sich einen Account bei Square Enix und legt die Anzahl seiner Charaktere fest. Für jeden Charakter bezahlt man leider extra. Als Entschädigung erhält man jedoch einen sogenannten „Mule“. Dieser ist ausschließlich zum Verkauf von Items vorgesehen.
Final Fantasy XIV Online

Für die Charaktererstellung gibt es viele Einstellungsmöglichkeiten. Dies ist mein Resultat.
Startet man Spiel erstellt man zu aller erst seinen Charakter. Dieser kann entweder ein Elezen, Hyuran, Miqo’te, Lalafell oder ein Roegadyn sein. Nach der Wahl der Rasse darf man noch enorm viele optische Merkmale anpassen von der Hautfarbe bis hin zu der Augenfarbe. Daran im Anschluss folgt die Auswahl des Berufs zwischen Krieger, Magier, Handwerker und dem des Sammlers. Später folgen noch ein Namenstag und ein Schutzgott. Was und ob diese Wahl den Charakter beeinflusst ist jedoch noch unklar. Dann kann es auch schon fast losgehen, man muss nur noch fix einen Vor- und Nachnamen, eine Welt und einen Server erlesen.
Anders als im Vorgänger erfährt man leider nichts über die Welt und dessen Entstehungsgeschichte. So findet man sich daher mitten im Spielgeschehen wieder, direkt nach einem eindrucksvollen Video-Spektakel mit einer kleinen Kampf-Einführung. Je nach Auswahl der Metropole (Limsa Lominsa, Ul´Dah oder Gridania) erwartet einen ein anderes Intro.
Final Fantasy XIV Online

Die Questauswahl mit regulierbarem Schwierigkeitsgrad.
Kaum befindet man sich hinter schützenden Stadttoren gibt es auch eine kleine Einführung für die Einsteiger. Zusätzlich erhält man eine „Kontaktperle“, die man über das Menü aufrufen kann um Hilfe bis zur ersten Station zu bekommen. Trotz dieser Hilfestellung läuft man kurzzeitig wie ein verlorenes Schaf umher bis man tatsächlich das „Camp Abzweigung“ (nur bei der Hauptstadt Gridania) gefunden hat. An dem großen Kristall, dem Ätheryt, stehen die ersten leichten Missionen zur Verfügung. Unter anderem das Erledigen von drei pilzartigen Monstern. Zur besseren Erkennung der bestimmten Feinde, werden diese auf der Karte markiert, sodass man diese nicht verfehlen kann. Den Kampfmodus muss man wie zuvor im XI-Titel aktivieren. In Echtzeit prügelt man auf seinen Gegenüber ein. Nach dem Sieg erhält man Items und Erfahrungspunkte als Belohnung. Letztere sind allerdings abhängig davon wie lange man bereits online spielt. Je länger man spielt desto weniger Erfahrungspunkte gibt es. Somit bekommen auch Gelegenheitsspieler die Möglichkeit mit Langzeitspielern mitzuhalten.
Schließt man eine Mission erfolgreich ab, ertönt eine kleine Triumph-Melodie und man kann sich zurück zum Ätheryt teleportieren.
Selten habe ich solch eine brillante Grafik gesehen. Zwar kann ich auf meinen Computer nicht die Höchstleistung einstellen, da dieser zu schwach ist, dennoch sind mit den minimalen Einstellungen umwerfende Details in der Stadt zu sehen. Obendrein wirken die Bewegungen der Charaktere realistisch und flüssig. Schade ist jedoch, dass das Bild häufig ruckelt vorwiegend in der Stadt, wenn viele Spieler auf dem Server sind. Dies mindert leider das Gameplay, welches ansonsten gelungen ist.
Holperig wirkt ebenfalls die Steuerung. Mit einer leichten Zeitverzögerung reagiert der Held erst auf die Aktionen. Zudem gibt es eine Unmenge von Tastenbelegungen, die erst ins Blut gehen müssen. Wer von „Final Fantasy XI“ zu „Final Fantasy XIV“ wechselt wird sich damit viel leichter anfreunden.
Final Fantasy XIV Online

Eine wundervoll detailreiche Flora und Fauna erwartet euch.
Auffällig authentisch klingen in Gridania die Waldgeräusche, in welchen man Vogelgezwitscher und andere typische Laute vernimmt. Selbst wenn sich der Untergrund vom Waldboden zu Holz ändert hört man andere Schritte. Begleitet werden sämtliche Soundeffekte von passenden Melodien. Rasantere Stücke ertönen im Kampf und ruhigere in der Stadt.
Square Enix verfolgt mit diesem Titel augenscheinlich andere Prinzipien als mit dem vorherigen Online-Game. Die Neuentwicklung legt nämlich viel mehr Wert auf Fairness, wie bereits bei den Erfahrungspunkten genannt. Doch zudem lassen die Entwickler mehr Freiheiten für die Spieler zu, denn allzeit kann man den Job wechseln ohne zuvor ein bestimmtes Level erreicht zu haben. Weiterhin wurden die Aufträge zeitlich begrenzt, sodass man nicht mehr tagelang für eine Mission Items und andere Gegenstände sammelt. Gleichzeitig ist man nicht zwingend auf andere Spieler angewiesen um einen Auftrag zu erfüllen. Selbst den Schwierigkeitsgrad kann man bei der Annahme der Mission regulieren. Doch auch kleinere Veränderungen fallen positiv auf, unter anderem dass man bei der aufgerufenen Karte weiterhin seinen Charakter vorwärts steuern kann.
Zu vermissen gibt es ein paar gesprochene Dialoge. Jeder Satz ist zwar gut in Deutsch verständlich, nur gibt es diesen ausschließlich in Textform. Hierfür gibt es somit einen Punktabzug.