„Dragon Quest“ ist eine der erfolgreichsten Serien in Japan und feierte kürzlich ihr 25-jähriges Jubiläum. In den Jahren sammelt sich allerhand zusammen, wie auch der Spin-Off „Dragon Quest Monsters: Joker“. Etwa anderthalb Jahre nach der Veröffentlichung in Japan können auch wir nun den zweiten Teil „Dragon Quest Monsters: Joker 2“ für den Nintendo DS zocken.
Es stehen die Monsterscount-Meisterschaften an. Nur wenige Auserwählte besitzen eine Eintrittskarte zur Arena. Leider zählt unser namenloser Protagonist (man darf selbst einen Namen vergeben) nicht zu den glücklichen, also versteckt man sich als blinder Passagier in einer Kiste an Bord der Albatros, dem Luftschiff von Kapitän Rex Mayday. Mit auf dem Schiff befindet sich die Titelverteidigerin der Monsterscout-Meisterschaften, die selbstverständlich auch die Arena als Zielort hat. Bei der Erkundungstour des Luftschiffs wird unser Held entdeckt, weswegen man für den Rest der Fahrt den Schiffsjungen spielen darf. Zum Glück oder eher unglücklicherweise ist die Fahr nicht mehr lange von Dauer, denn die Albatros stützt ab. Unser Protagonist überlebt den Absturz und findet sich auf einem vermaledeiten Eiland voller Gefahren und riesiger Monster wieder. - Ob man je von dieser Insel fliehen kann?
Dragon Quest Monsters: Joker 2

Die Sqaure Enix-Enwickler zeigen viel Fingerspitzengefühl, denn neben dem Tag- und Nachtrhythmus gibt es zudem noch unterschiedliche Monster je Tageszeit.
Auf der Suche nach Hilfe oder einer Möglichkeit von dem Eiland wieder weg zu kommen schlägt man sich als knallharter Monsterscout durch die fremde Wildnis. Zur Seite steht dem Helden mit Dragonball-Frisur eine Kreatur. Gemeinsam zieht man los um weitere Monster für deren Sache zu gewinnen. Über 300 Wesen hält „Dragon Quest Monsters: Joker 2“ bereit. Je nach Farbe unterscheiden sich gleichartige Monster in acht Klassen von deren Eigenschaften und Taktiken. Zudem wechseln Kreaturen durch die Tag- und Nachtzeit sowie beim Wetterveränderungen. In den Kampf gerät man mit ihnen auch nur durch Berührung und nicht via Zufall.
Nach typischer Rollenspielmanier erteilt man seinen Monstern Befehle zum Kämpfen, Zaubern oder Heilen. Es geht übrigens auch ohne komplexe Angriffsstrategien. Während des Gefechts steht einem auch der Autokampfmodus zur Verfügung, der die Prügeleien beschleunigt. Im Gegensatz zu der „Dragon Quest“-Reihe steigert man nicht das Level des Protagonisten, sondern das der trainierten Monster. Doch es gibt natürlich eine Einschränkung in der Mitnahme der Monsteranzahl. Neu hierbei ist obendrein beispielsweise Bosse mehr Felder benötigen, sodass man manchmal nur zwei oder drei Wesen mitführen kann. Achten sollte man dabei auf seine Strategie: Eher zwei schwächere Kreaturen oder doch besser ein bärenstarkes Ungetüm?
Zu den naturgegeben Fähigkeiten der Monster können diese noch mit Waffen ausgerüstet werden. Sogar das Synthetisieren oder Fusionieren der Wesen ist möglich. So kann man wie mit Magneten ein positiv (+) geladenes Monstermännchen mit einem negativ geladenen (-) Monsterweibchen zusammen bringen. Dafür benötigen beide allerdings mindestens Level 10 erreicht haben. So züchtet der Spieler ein neues Wesen mit Level 1. Das Junge erbt - wie nach der mendelsche Uniformitätsregel - die Fähigkeiten beider Eltern. Obendrein erhält es die Hälfte der gesammelten Aktionspunkte.
Dragon Quest Monsters: Joker 2

Ein durchgeglückeltes aber trotzdem klassisches Kampfsystem das überzeugt.
Die Steuerung bekam einen besseren Schliff verpasst im Vergleich zum Vorgänger. Trotz der Komplexität ist man schnell mit ihr vertraut. Um nicht endloslangen Pfaden zu folgen, gibt es Teleportationsmöglichkeiten für die schnelle Fortbewegung.
Grafisch kann sich „Dragon Quest Monsters: Joker 2“ sehen lassen. Square Enix entwickelte liebenswürdige Zwischensequenzen und kurze Einleitungen für jede neue Region. Besonders in den unterschiedlichen Gebieten taucht man in wundervolle Welten mit phänomenalem 3D-Flair ein. Aber auch die Akustik zeigt von guter „Square Enix“-Qualität. Natürlich kann der Spin-Off-Sound nicht mit einem der Hauptspiele von Dragon Quest mithalten, dennoch lohnt es sich den Lautstärkeregler noch oben zu schieben.
Zu erwähnen gibt es natürlich noch den Multiplayer-Modus. Dieser ist nicht nur via drahtlose Verbindung möglich, sondern auch über WiFi mit Spielern weltweit. Bei letzterem kann man noch Einschränkungen treffen wie regionale, stufenspezifische Spieler oder aus der Freundesliste. Es können Duelle und Turniere ausgefochten werden. Mit euren Freunden könnt ihr zudem noch einen Tauschhandel vollziehen. - Übrigens, wer Dragon Quest VI oder Dragon Quest IX besitzt erhält noch eine kleine Belohnung.
Fazit
Von der Geschichte sollte man von einem Spin-Off nicht allzu viel verlangen, das zeigte auch „Dragon Quest Monsters: Joker 2“. Nichtsdestotrotz überzeugt der Nintendo DS Titel mit einem enormen Umfang, erhabener Optik, guten Soundkulisse, Turnieren mit Online-Ranglisten, Wechsel der Tageszeiten und einer ausgeklügelten Monsteraufzucht. Bei dieser langen Liste vergisst man recht schnell die wenigen negativen Punkten, wie die nervige Geschlechtseinteilung und das exzessive Aufleveln von (Baby-)Monstern. Zusammenfassend lässt sich „Dragon Quest Monsters: Joker 2“ jedoch als unverwüstliches RPG-Vergnügen beschreiben.
Autor: Nicole Borkowitz