One Piece: Pirate Warriors 3

One Piece: Pirate Warriors 3

Mit „One Piece: Pirate Warriors 3“ erzählt Namco Bandai Games in Kooperation mit Tecmo Koei anders als bei dem Vorgänger die originale „One Piece“-Story, die sich sehr stark nach dem Manga und den Anime richtet. Deswegen ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass der Spieler hauptsächlich die Mitglieder der Strohhut-Piraten spielt.

Die Story hält sich wie oben bereits erwähnt sehr stark an die Manga- und Anime-Vorlage. Sie fängt mit dem allein umherreisenden Piraten Monkey D. Ruffy an. Dieser will vollkommen entschlossen Piratenkönig werden und verkündet dies auch zu jeder Gelegenheit. Das erste Mitglied namens Lorenor Zorro, ein schwertschwingender Piratenjäger, trifft er in einer Marinebasis in Shellstown. Dort ist Zorro an einem Kreuz festgebunden worden und soll für sein Vergehen 30 Tage ohne Essen und Trinken dort hängen bleiben. Ruffy nimmt ihn kurzerhand, nachdem er ihn schnell überredete, in seine Crew auf. Zorro ist nun zu dem geworden, was er jagte: ein Pirat.

Ahoi, Piraten-Freunde! Jetzt gibt's wieder was auf die Mützen.
Ahoi, Piraten-Freunde! Jetzt gibt’s wieder was auf die Mützen.

Doch was brauchen Piraten, außer Rum und Gold? Genau! Eine Navigatorin! Auf ihrem nächsten Abenteuer in dem Ort Orange begegnen sie Nami. Einer diebischen Piratin, die darauf spezialisiert ist Karten zu zeichnen, zu navigieren und die Leute zu täuschen. Nach einer kurzen Auseinandersetzung mit Buggy dem Clown, können Zorro und Ruffy, Nami für sich gewinnen und Nami hilft ihnen. Jetzt brauchen sie nur noch ein vernünftiges Schiff, denn auf einem drei Mann-Boot lässt es sich schwer über die Weltmeere segeln. Zusammen mit diesem neuen Schiff, nehmen diese drei auch Lysop den Lügner in ihre Bande auf. Er stammt aus dem Ort Syrop im Eastblue und ist dafür bekannt Lügen zu verbreiten, aber darüber hinaus ist er ein fantastischer Scharfschütze und ein erstklassiger Schiffszimmermann. Als den Vieren der Vorrat an Essen ausgeht, besuchen sie das schwimmende Restaurant Baratie und dort treffen sie auch schon auf den Koch Sanji. Nach dem Kampf gegen Don Creek beleidigt Sanjis Chef Rotfuß Jeff Sanji, damit dieser endlich abhaut und sein eigenes Leben führt. Er übergibt ihn mit diesem Trick in Ruffys Hände. Sanji durchschaut dies schnell und bedankt sich für alles bei Jeff, aber willigt dennoch ein in die Piratenbande einzutreten. Nami schnappt sich in der Zwischenzeit das Schiff, die Flying Lamb, und macht sich auf den Weg zu ihrer Heimatinsel Konomi. Sie möchte die Insel von Arlong dem Fischmenschen freikaufen, da sie nun endlich genug Berry (Währung in dem One Piece Universum) zusammen hat. Doch als sie in ihrem Versteck nachschaut, stellt sie schockierend fest, dass das Geld verschwunden ist. Sie findet heraus, dass Arlong dahinter steckt, der nun so tut, als wüsste er von nichts. Ruffy bekommt dies mit und macht Fischfutter aus Arlong. Nun tritt Nami als vollwertiges Mitglied endgültig der Strohhutpiraten bei. Wie es weiter geht, wisst ihr aus der Manga- und/oder der Anime-Serie. Wenn nicht, dann spielt es am besten selbst!

Die Story von „One Piece: Pirate Warriors 3“ wird sehr gut zusammengefasst, spannend, actionreich und lustig erzählt. Dies kommt dadurch zustande, dass zwischen den Kapiteln meistens eine Art Manga-Sequenz, die synchronisiert ist, abläuft. Während der Kapitel sieht man aber animierte Szenen mit den Cell-Shading-Modellen, die das Ganze ein wenig dynamischer machen. Somit bietet die Story von „One Piece: Pirate Warriors 3“ selbst Neulingen eine sehr gut gestaltete Zusammenfassung der Story und der Spieler kann vollends in das Abenteuer der Strohhut-Piraten eintauchen.

Einige Dialoge werden im Comic-Stil dargestellt, wie in diesem hier.
Einige Dialoge werden im Comic-Stil dargestellt, wie in diesem hier.

Die Spieler von „One Piece: Pirate Warriors 3“ können sofort loslegen und sind dadurch, dass es keine Installationszeit gibt, sofort im Spielgeschehen. Das Gameplay des dritten Teils von „One Piece: Pirate Warriors“ ähnelt sehr den beiden Vorgängern und somit ist eingefleischten „Dynasty Warriors“- und „One Piece: Pirate Warriors“-Spielern das gesamte Gameplay bekannt. Jeder Charakter kann sogenannte Kettenangriffe ausführen und zwar immer zwei verschiedene. Starke Einzel-Ziel-Kettenangriffe, die sehr praktisch gegen Bossgegner sind und solche, die etwas schwächer sind, aber dafür ein ganzes Heer an Gegnern beschäftigen können. Jeder Charakter hat am Anfang ein gutes Repertoire an sehr vielen verschiedenen Kettenangriffen und kann mit der Zeit noch mehr lernen. Ausweichen kann der Spieler natürlich auch und dabei werden die Kettenangriffe noch nicht einmal unterbrochen. Der Angriff geht nach dem Ausweichen dort weiter, wo er aufgehört hat. Somit ist der Spieler noch flexibler und kann schmerzhaften Bossgegner-Attacken besser entgehen.
Die Charaktere können auch hier wieder aufgelevelt werden, indem der Spieler durch das Abschließen der Kapitel und Vermöbeln der Gegner Erfahrungspunkte sammelt. Dadurch steigern sich die Werte generell und der Charakter wird stärker. Darüber hinaus kann der Spieler aber auch Münzen sammeln und diese in die Charaktere investieren und diese ein wenig individueller leveln. Zum Beispiel kann der Spieler bei Lorenor Zorro die Münzen benutzen, damit dieser stärker wird und bei Sanji diese benutzen, damit er mehr Fertigkeiten-Slots hat. In diese können nämlich besondere Effekte gesetzt werden und der Charakter wird bei Angriffen noch stärker oder kann seinen Balken für Spezialangriffe schneller aufladen. Diese sind bei jedem Charakter anders und sind sehr verheerend für die Bossgegner und das umstehende Heer. Darüber hinaus gibt es den sogenannten Kizuna-Rush. Dieser löst aus, dass der Kizuna-Rush-Partner am Ende jeder Kombo einen zusätzlichen Angriff in die Blickrichtung des Charakters macht. Außerdem kann mit dem Kizuna-Rush-Partner ein Kombinationsspezialangriff genutzt werden. Wenn man die Bossgegner mit diesen Angriffen besiegt, bekommt der Spieler extra viele Münzen von diesem und kann seine Charaktere leichter leveln.
Diese hart aufgelevelten Charaktere können, sofern sie freigeschaltet sind, fast immer überall gespielt werden. Im Story-Modus nur in den Kapiteln, wo diese auch von der Story her reinpassen. In den anderen beiden Modi, Traum Log und Freier Log, können alle Charaktere zu jederzeit genutzt werden.

Natürlich gibt es auch ein paar Dialoage während der Echtzeitkämpfe.
Natürlich gibt es auch ein paar Dialoage während der Echtzeitkämpfe.

Auch die Steuerung dürfte den Spielern der Vorgänger von „One Piece: Pirate Warriors 3“ bekannt sein und somit dürften diese überhaupt keine Probleme haben. Aber auch diejenigen, die diese Spiele bisher nicht gespielt haben, wird die Steuerung leicht fallen, da diese sehr intuitiv ist und für jeden Charakter ungefähr ähnlich ausfällt. Mit der Viereck-Taste werden die Einzelzielangriffe gestartet, mit Dreieck die Flächendeckenden Angriffe, mit der O-Taste werden die (Kombinations)-Spezialattacken benutzt und mit X weicht der Spieler in die mit dem linken Analog-Stick angepeilten Richtung aus. Der linke Analog-Stick ist wie erwartet für die Bewegung des Charakters zuständig, der rechte ist für die Kamera da, die sich jederzeit komplett frei bewegen lässt. Die L1-Taste lässt den Spieler die Kamera sofort in die Blickrichtung des Charakters zentrieren und sorgt so für einen schnellen Überblick, für das was von Vorne kommt. Die R1-Taste startet einen Fernangriff und die R2-Taste aktiviert den Energiebalken des Kizuna-Rushs, womit verheerende Kombinationsattacken ausgelöst werden und durch das Drücken der O-Taste die Spezialattacken der beiden Partner verbunden werden.

Der Schwierigkeitsgrad ist von Anfang an auf „Normal“ eingestellt und ist optimal ausbalanciert. Nicht zu schwer und nicht zu leicht. Für die Anfänger wird direkt am Anfang der leichte Schwierigkeitsgrad angeboten, aber wie der Name es schon sagt, ist dieser doch recht leicht. Dafür ist der schwere doch etwas knackiger und dürfte selbst erfahrenen Spielern lange Spaß am Spiel bereiten.

Wie auch schon bei „One Piece: Pirate Warriors“ und „One Piece: Pirate Warriors 2“ können bis zu zwei Spieler bei diesem dritten Teil zusammen an einer Konsole oder online miteinander spielen. Alle Modi, Sogar der Story-Modus können zusammengespielt werden, was wie ich finde, sehr genial ist, wenn zwei One-Piece-Fans die Story noch einmal nachspielen und all die emotionalen Szenen sehen.

Die Charaktere zeigen sich nicht nur aus der Ferne, sondern auch aus der nächsten Nähe.
Die Charaktere zeigen sich nicht nur aus der Ferne, sondern auch aus der nächsten Nähe.

Die Grafik wird auch hier im Cell-Shading-Look, wie auch schon bei den Vorgängern von „One Piece: Pirate Warriors 3“, präsentiert und unterstützt auf einzigartiger Weise die Optik des Anime-Stils. Die Kämpfe sind dadurch sehr Anime-mäßig dargestellt und die Zwischensequenzen werden sehr präzise und mit viel Liebe zum Detail auf den Bildschirm gezaubert. Selbst die Szene, in der Arlong von Ruffy aus seinem Thron geboxt wurde, deckt sich eins zu eins mit der Anime-Szene, denn Arlong flog in genau dieselbe Richtung. Insgesamt ist die Grafik somit wirklich super und verdient sich mit Recht eine Top Bewertung.

Allgemein wird der Sound sehr hochwertig ausgegeben und die Hintergrundmusik im Menü als auch bei den Schlachten ist sehr passend gewählt. Die Effekte sind gut abgemischt und lassen sich nochmals nachjustieren, falls der Spieler mehr die Musik oder die Effekte raushören möchte. Die Musik während des Kämpfens ist rockig und fetzig und macht somit nur noch mehr Bock auf Prügeleien.

Wie auch schon bei den beiden Vorgängern von „One Piece: Pirate Warriors 3“ sind auch hier die Original-Synchronsprecher der Animes aus Japan mit von der Partie. Sie klingen wie immer perfekt und wissen wie man sehr viele Emotionen in die Stimme legt.

Die Spielzeit des Abenteuer-Logs (Story Modus) liegt bei etwa 10-20 Stunden. Dies liegt hauptsächlich daran, dass die Story komplett von Vorne erzählt wird und mit dem aktuellen japanischen Manga-Kapitel endet. Nämlich in Dress Rosa bei Donflamingo. Diese große Variabilität der Zeit kommt daher, dass der Spieler viele Nebensachen in den verschiedenen Kapiteln machen kann. Wie zum Beispiel als Zorro gegen Tashigi in Loguetown kämpfen. Dabei kommen übrigens teilweise auch wieder Videosequenzen, die sehr detailgetreu dargestellt werden.

Zu guter Letzt lässt sich das Spiel auch noch über die PS-Vita über die Remote-Play-Funktion spielen und bietet dem Spieler Cross-Play-Features. Das einzige Manko, was aber vermeidbar ist, ist die immer wiederkehrende Einblendung, dass Videosequenzen nicht aufgenommen werden können. Diese Einblendungen können aber vom PS4-System aus abgeschaltet werden.

Eine Schlägerei? Nun ja, Ruffy und seine Freunde sind Piraten, das gehört dazu ;-).
Eine Schlägerei? Nun ja, Ruffy und seine Freunde sind Piraten, das gehört dazu ;-).

Fazit

Namco Bandai Games und Tecmo Koei haben mit „One Piece: Pirate Warriors 3“ ein wahres Meisterwerk geschaffen und es wird schwer werden dieses zu übertreffen, falls ein „One Piece: Pirate Warriors 4“ angedacht ist. Man möge behaupten, dass die Entwickler aus dem letzten Teil gelernt haben und dies sieht man an dem ca. 10-20 stündigen Story-Modus, der für alle One-Piece-Fans ein Augenschmaus sein dürfte und das Herz höher schlagen lässt. Die sehr genial umgesetzte Grafik unterstützt die Atmosphäre noch einmal und die Synchronisation rundet das ganze perfekt ab. Darüber hinaus erzählen die Videosequenzen die Story so originalgetreu wie es nur geht.  Also an alle One Piece und Mugiwara (Strohhut)-Piraten-Fans… wer es nicht spielt ist selber schuld und verpasst die bisher beste Zusammenfassung und Wiederbelebung der Story von One Piece!

Autor: Patrick Porsch

Entschuldigung, Kommentare zu diesem Artikel sind nicht möglich.

One Piece: Pirate Warriors 3
Bewertung:
Grafik:5 von 5
Sound:5 von 5
Synchronisation:5 von 5
Story:5 von 5
Gameplay:5 von 5
Multiplayer:5 von 5
Gesamt: 5,0 von 5
Copyright-Hinweis:
NAMCO BANDAI