The Legend of Zelda: Tri Force Heroes

The Legend of Zelda: Tri Force Heroes

2005 wurde mit „The Legend of Zelda: Four Swords“ ein Zelda-Spiel veröffentlicht, das anstatt auf Einzelspieler mit umfangreicher Story auf ein 4-Spieler-System setzte. Bei „The Legend of Zelda: Four Swords“, welches für den Nintendo GameCube erschien, konnte man seinen eigenen GameBoy Advance per Kabel an klemmen und zusammen/gegeneinander spielen. Wer jedoch alleine Spielen wollte konnte das natürlich auch. Durch die damalige Zeit, welche den Kauf eines GameCube und etliche GameBoy Advance-Geräte voraussetze, sprach dieser Zelda-Teil nur in einem kleinen Fan-Kreis an. Doch das hat sich nun geändert – WLAN gibt es an jeder Ecke und schnelles Internet ermöglicht den direkten Austausch mit Freunden. Umso erfreulicher ist es, dass es sozusagen einen Nachfolger namens „The Legend of Zelda: Tri Force Heroes“ gibt. Doch kann es dem besonderen Flair und die packende Geschichte eines richtigen Zelda-Spiels bieten oder landet es doch recht schnell in der Spielesammlung? Diese Frage wollen wir direkt mit euch nachgehen.

Dank der netten Schneiderin erhält man stets ein passendes Outfit.
Dank der netten Schneiderin erhält man stets ein passendes Outfit.

Das Hauptaugenmerk von „The Legend of Zelda: Tri Force Heroes“ liegt natürlich im Mehrspieler-Modus, dennoch beginnt das Spiel im Solo-Modus, wovon auch erst mal berichtet wird. Als Einleitung dient eine spärlich erzählte Geschichte, die man in wenigen Sätzen erklären kann:
Eine allseits beliebte und attraktive Prinzessin mit einem Faible für wunderschöne Kleider wurde von einer bösen Hexe verflucht. Seitdem ist die Prinzessin gefangen in einem trostlosen und hässlichen Outfit, dass ihr jegliche Fröhlichkeit raubt. Deswegen verlässt die Prinzessin nicht mehr ihre Gemächer. Die Stimmung trübt selbst die Bewohner des Königreichs. Doch es gibt eine Prophezeiung von einem jungen Helden mit spitzen Ohren und blondem Haar, der den Fluch lösen kann.

Dies ist ein Solo-Spiel mit zwei Totems als Ersatz für andere Spieler.
Dies ist ein Solo-Spiel mit zwei Totems als Ersatz für andere Spieler.

Die Rede ist natürlich von Link – bzw. welchem Namen auch immer man seinem Charakter gibt. Dieses Mal ist auch der eigene Mii-Name vorausgewählt und nicht „Link“, da auch die deutschen Dialoge geschlechtsneutral gehalten sind.
Nun gilt es nur noch fix die erste Kleidung schneidern zu lassen (später können weitere folgen). Schnell in das Heldenkostüm schlüpfen und sich Unterstützung für die erste Mission im Wald holen. Völlig auf sich allein gestellt klappt es nämlich nicht, denn mindestens zwei Totems müssen einen begleiten, wenn gerade keine Freunde in der Nähe sind oder man gerade kein WLAN besitzt. Die zwei Totems sind leblose Kopien von einem selbst, sodass das Trio in Grün, Rot und Blau ins Abenteuer aufbricht.

Im Mehrspieler-Modus lässt sich via Emotions miteinander kommunizieren.
Im Mehrspieler-Modus lässt sich via Emotions miteinander kommunizieren.

Die Abenteuer sind jeweils in unterschiedlichen Etappen eingeteilt. In der ersten verschafft man allen Teilnehmern erst mal eine Waffe, wie beispielsweise einen Bogen oder Bomben. Spielt kein anderer Spieler mit, muss man stets über den Touchscreen zu einem Totem wechseln. Nur das ausgewählte Teilnehmer ist dann aktiv, während die anderen beiden verseinert an Ort und Stelle stehen. In den Echtzeitkämpfen ist das auf den normalen Etappen kein Problem, doch manche Rätsel bzw. manche Endgegner sind damit wahnsinnig schwer. Einerseits liegt es an der sehr knapp bemessenen Reaktionszeit beim Wechseln zum Positionieren/Interagieren, andererseits bewegt sich jeder Feind nur noch in die Richtig des aktiven Spielers und nicht mehr zum vorherigen Charakter. Auf lange Sicht frustet das eine oder andere Level einen so ungemein. Sehr schade, dass die Totems hier keine grundlegende KI bekommen haben. Je länger man probiert kann man schlimmsten Falls sogar seine (Lebens-)Herzen verlieren. Doch auch wenn man denkt, dass man davon mehr als ausreichend besitzt, dezimieren diese sich teils rasant. Zum Glück erhält man vor jedem Start in ein neues Abenteuer drei neue Feen. Verliert man also alle Herzen, füllt man im Tausch gegen eine Fee seine Herzen wieder auf. Kommt man absolut nicht vorwärts bei einem Rätsel oder einem Gegner (mangels Geschick oder Schnelligkeit), tauscht man auch schon mal eine Fee gegen die Etappe ein. Außer der Fee büßt man obendrein aber Belohnen ein, wie beispielsweise Rubine, die als Geldeinheit dienen.
Beendet man erfolgreich eine Etappe leuchtet das am Boden markierte Triforce (ein goldenes Dreieck, das aus drei weiteren Dreiecken besteht) auf. Sobald jeder der drei Charaktere darin steht wird man zur nächsten Ebene teleportiert. Nach dem Bossgegner führt einen die abschließende Etappe zu drei gigantischen Truhen. Die leblosen Totems öffnen hier keine Kiste, so steht man im Solo-Modus vor der Qual der Wahl. In nur einer Truhe ist ein besonders seltenes Item enthalten. Mit etwas Glück erhält man es.

Beim Ende eines jeden Levels wird man für seine Mühen schließlich belohnt.
Beim Ende eines jeden Levels wird man für seine Mühen schließlich belohnt.

Nach getaner Arbeit gönnt man sich eine Pause und sieht sich in der Stadt etwas um. Nach den ersten Abenteuern verändert sich ab und an gerne etwas in der Stadt bzw. es schalten sich neue Möglichkeiten frei. Zum einen kann man eine Kamera ergattern. Mit dieser kann man pro Abenteuer ein Foto schießen, um sich dieses später in einer Galerie anzusehen. Doch auch ein fahrender Händler oder die täglichen Schatztruhen locken mit seltenen Items. Bei letzterem erhält man diese sogar kostenlos. Spätestens am vierten Tag erhält man dann den Hauptgewinn (sollte man zuvor nur vom Pech verfolgt sein). Der fahrende Händler lässt sich im Übrigen nicht nur mit Rubinen bezahlen, sondern auch mit sogenannten Freundesmünzen. Diese verdient man sich nur durch lokale Spiele mit Freunden, die entweder jeweils ein Modul besitzen oder auch in Form des Download-Spiels.

Ein Mehrspieler-Modus der einfach begeistert!
Ein Mehrspieler-Modus der einfach begeistert!

Apropos Freunde, der schon kurz angesprochene Mehrspieler-Modus ist recht begrenzt. Natürlich darf man grundsätzlich alle 32 einzigartigen Level mit Freunden bestreiten, doch es kommt auf die Konstellation an. Erlaubt sind beim lokalen Spiel mit jeweiligen Modul nur Dreier-Teams, also kein Totem. Dasselbe gilt für die Internet- und Download-Variante. Man ist also immer auf zwei Freunde angewiesen. Die einzige Ausnahme bildet die Arena im Mehrspieler-Modus. Hier darf man auch einer gegen einen kämpfen, sowohl lokal als auch übers Internet.
Oft haben die Freunde nicht immer Zeit und so ist die Internet-Option mit zufällig ausgewählten Spielern eine super Alternative. Weltweit kann man mit jedem Spieler von „The Legend of Zelda: Tri Force Heroes“ gleichzeitig zocken und das sogar ohne Sprachbarriere. Zwar gibt es keinen Chat, doch stattdessen gibt es recht sprechende Emotions. Diese werden textlich eingeblendet und mit englischer Sprache oder Sounds wie mit einem „Pfeifen“ hervorgehoben. Der Spaßfaktor ist auch ungemein hoch mit lebendigen Charakteren zu spielen, die sofort interagieren und einem auch helfen. Schlecht ist allerdings die Verbindung. Auch wenn man vollen WLAN-Empfang hat muss man stets mit einem kurzen Lade-Screen innehalten. Bewegt sich dann eine Bodenplatte weg oder die eigenen Bewegungen werden verzögert übertragen, büßt man die meist mit Herzen ein. Das mindert ungemein den Spaßfaktor und so gelang es im Test kein einziges Mal ein Online-Level abzuschließen.

Hier eine von Hand gezeichnete Karte, die die Arenen von „The Legend of Zelda: Tri Force Heroes“ zeigt.
Hier eine von Hand gezeichnete Karte, die die Arenen von „The Legend of Zelda: Tri Force Heroes“ zeigt.

Doch mal abgesehen von den Modi, der Konnektivität und der Bedienung ist die technische Umsetzung von „The Legend of Zelda: Tri Force Heroes“ auf hohen Niveau gelungen. Selbstredend bewegt sich die Kamera in der Vogelperspektive immer perfekt mit. Die 3D-Grafik ist in kräftigen Farben und einer guten Auflösung für den Nintendo 3DS (bzw. Nintendo 2DS). Melodisch verpackt ist das Action-Spiel mit fröhlichen und abwechselnden Liedern und obendrein gut bestückt mit erstklassigen Soundeffekten. Eine direkte Sprachausgabe gibt es zwar nicht, doch hier und da scheint es als versteht man einzelne Wörter mit einem englischen Akzent.

Fazit

Mit „The Legend of Zelda: Tri Force Heroes“ ist Nintendo etwas gelungen, was 2005 nicht wirklich klappte – das Zusammenbringen von Zelda-Fans. Egal ob per Internet, lokal oder via Downloadspiel. Diese Varianten bieten einem die Chance zuhause oder unterwegs zusammen mit Freunden loszuziehen. Die Möglichkeit auch das Spiel alleine zu spielen besteht wie oben beschrieben, doch eher schlecht als recht umgesetzt. Die zwei Totems sind leider so gar nicht mit realen Spielern vergleichbar und gerade hier muss man sich als Spieler fragen, warum diese nicht wenigstens eine bescheidene KI spendiert bekommen haben, anstatt auch diese komplett zu verzichten. Leider wird zugleich die Meinung über das Spiel weiter getrübt, durch den Internet-Modus, der wie schon erwähnt des Öfteren mit zahlreichen und nicht nachvollziehbaren Kommunikationsabbrüchen zu kämpfen hat. „The Legend of Zelda: Tri Force Heroes“ hätte ein schönes Spiel werden können. Es bietet viel Potenzial, welches aber durch halbherzige Umsetzung und Fehler leider getrübt werden – sehr schade. Wir hoffen, dass die angesprochenen Punkte durch Updates ausgebessert werden.
Wer jedoch drei Freunde in seinem Umkreis mit einem Nintendo 3DS kennt, der sollte sich den Kauf von „The Legend of Zelda: Tri Force Heroes“ ruhig überlegen, denn was macht denn mehr Spaß als gemütlich mit seinen Freunden in einem Raum zu sitzen und zahlreiche Gegner und Rätsel gemeinsam zu lösen?!

Autor: Nicole Borkowitz

Entschuldigung, Kommentare zu diesem Artikel sind nicht möglich.

The Legend of Zelda: Tri Force Heroes
Bewertung:
Grafik:5 von 5
Sound:4 von 5
Synchronisation:3 von 5
Story:2 von 5
Gameplay:3 von 5
Multiplayer:5 von 5
Gesamt: 3,5 von 5
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Nintendo