God Eater 2: Rage Burst

God Eater 2: Rage Burst

„God Eater 2: Rage Burst“ basiert auf dem Universum des Light Novels „God Eater“. Dieser wurde als Manga und später auch als Anime adaptiert. Im zweiten Teil dieser Spielserie haben die sogenannten Aragami den Großteil der Weltbevölkerung ausgelöscht.
Nach dem ersten Teil („God Eater“) folgten zwei Remakes: „God Eater Burst“ sowie „God Eater Resurrection“. Wobei in Deutschland nach einiger Verzögerung nur „God Eater Burst“ und „God Eater 2: Rage Burst“ erschienen sind. „God Eater 2: Rage Burst“ ist daher das Remake vom Original „God Eater 2“, welches 2014 in Japan erschien.

In „God Eater 2: Rage Burst“ wird die Story von einem Helden erzählt, der nach kürzester Zeit der Vize-Kapitän der sogenannten „Blood“ (Elite Einheit von God Eatern) der Fenrir-Basis wird. Diese kämpft mit sogenannten „God Eatern“ (Soldaten, die God Arcs führen können) gegen die Aragami. „God Arcs“ sind Waffen, die nur „God Eater“ und somit auch die Blood führen können. In dieser Einheit kommen natürlich noch andere Charaktere vor:
Der sorgenfreie und etwas stürmische Charmeur Romeo, die etwas freizügige und aufgedrehte Nana, der ehemalige Dieb Gilbert, die Strategin Ciel, der sich für einen Ritter haltenden Emil und der Kapitän Julius.

God Eater 2: Rage Burst | GOD EATER™ RESURRECTION& ©BANDAI NAMCO Entertainment Inc. | GOD EATER™2 RAGE BURST& ©BANDAI NAMCO Entertainment Inc.
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Das Ziel dieses Helden und seiner Gefährten ist es natürlich so viele Aragami mit so wenig Verlusten wie möglich, niederzustrecken. Sei es für Materialbeschaffungsmissionen oder spontanen Rettungs- oder Beschützermissionen. Denn es gibt noch weitere Abteilungen, wo die „God Eater“ eingesetzt werden und jede Basis braucht ab und zu mal Hilfe in aussichtslosen Lagen. Und dafür wird dann „Blood“ eingesetzt, da diese die besten Soldaten mit teilweise erwachten Blutkräften sind. Diese Blutkräfte erlauben es ihnen auch gegen die stärkeren Aragami, auch Psion genannt, zu kämpfen. Psions können den normalen niederen Aragamis Befehle erteilen oder diese ihren Willen aufzwingen. Dabei sind die God Arcs nichts weiter als künstlich erschaffene Aragami in Form einer wandelbaren Waffe. Somit können diese Psions auch sie kontrollieren – es sei denn ein Kämpfer schafft es die Blutkraft in der Waffe zu erwecken.
Lange Rede, kurzer Sinn: Es geht natürlich darum, dass der selbsterschaffene Held und seine Gefährten die Welt und die anderen Figuren rettet. Dabei klärt er vielleicht noch mysteriöse Machenschaften des suspekten Direktors der Fenrir-Basis auf.

Die wichtigen Geschehnisse werden in separaten Videosequenzen in der In-Game Grafik dargestellt, in denen dann auch der eigene Held mitspielt. Wobei dieser mehr ein stiller Zuschauer ist und so oder so, das machen muss, was ihm von seinem Kapitän gesagt wird. Der Spieler hat zwar verschiedene Antwortmöglichkeiten, aber im Endeffekt kommt leider immer dasselbe bei rum. Die zwischenmenschlichen Beziehungen zwischen den Gefährten und dem Helden können vor und nach Missionen beleuchtet und minimal beeinflusst werden. Wobei auch dort die verschiedenen Antwortmöglichkeiten eher zur Deko da sind.

God Eater 2: Rage Burst | GOD EATER™ RESURRECTION& ©BANDAI NAMCO Entertainment Inc. | GOD EATER™2 RAGE BURST& ©BANDAI NAMCO Entertainment Inc.
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Das Kampfsystem in „God Eater 2: Rage Burst“ ist ähnlich, wie in den „Monster Hunter“-Spielen und ist im Allgemeinen etwas schneller als dieses. Der Spieler kann dabei nur seinen Helden steuern und muss sonst darauf vertrauen, dass seine bis zu drei zusätzlichen Begleiter, richtig (re)agieren. Es gibt Standard-Angriffe, die verschieden stark sind und Fernkampfangriffe mit verschiedenen Schusswaffen. Blocken, Ausweichen und Springen kann man natürlich auch. Darüber hinaus kann der Held noch in einen „Burst – Modus“ wechseln, indem er seinen „God Arc“ leckeres und lebendiges Aragami-Fleisch kosten lässt. In diesem Modus können viel stärkere und zusätzliche Attacken eingesetzt werden.
Als Nahkampfwaffen gibt es Kurzschwerter, Langschwerter, Wucht-Klingen, Lanzen, Schubhämmer und die Wandlungssense. Die Wucht-Klinge ist ein stumpfes schweres Schwert, der Schubhammer ist ein Hammer mit Boost-Antrieb und die Wandlungssense hat ausklappbare Elemente.
Als Fernkampfwaffen gibt es vier verschiedene Schusswaffentypen. Sturmgewehre, Scharfschützengewehre, Schrotflinten und Sprengwaffen (eine Art Raketen- bzw. Granatwerfer).
Blocken kann der Held mit einem Schild. Von diesen gibt es drei verschiedene Typen. Einmal den kleinen und schnellen Rundschild, den mittelgroßen normalen Schild und das große und sehr starke, aber langsame Turmschild. Das kleine und schnelle Rundschild kann sogar in der Luft eingesetzt werden.
Die schwachen und starken Angriffe können zu verheerungsvollen Attacke-Serien kombiniert werden. Dabei sind viele verschiedene Varianten möglich, ohne es dem Spieler zu kompliziert zu machen. In diesen Kombos ist es sogar möglich, den God Arc einen kleinen Snack zu geben, indem dieser sich zu einem Maul verwandelt und etwa die Hälfte des Burst-Modus-Balkens auflädt.

Die Kamera lässt sich zu jeder Zeit im freien Feld um 360° drehen. Somit hat der Spieler immer den vollen Durchblick in den Missionen. Auf der Basis sieht es etwas anders aus. Dort kann die Kameraperspektive kein bisschen verändert werden. Außerdem gibt es keine Möglichkeit, neben den Missionen, seinen Helden in eine freie Welt zu schicken.
Etwas positiver ist das Charakterentwicklungssystem, das dem Spieler freie Hand lässt. Der eigene Charakter kann insofern entwickelt werden, dass seine Ausrüstung komplett angepasst werden kann und die Blutkünste (Fertigkeiten, die nach dem Erwecken der Blutkraft, eingesetzt werden können) ausgewählt und gestärkt werden können. Die Gefährten können mit unterstützenden Fertigkeiten ausgestattet werden, die für sogenannten FP gekauft werden können.

God Eater 2: Rage Burst | GOD EATER™ RESURRECTION& ©BANDAI NAMCO Entertainment Inc. | GOD EATER™2 RAGE BURST& ©BANDAI NAMCO Entertainment Inc.
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Es gibt bei der Auswahl der Missionen verschiedene Schwierigkeitsstufen. Wobei diese etwas verwirrend sind. Es gibt normale Missionen und schwere Missionen. Die normalen sind die Missionen, in denen die Story vorangetrieben wird und die schweren Missionen sind für das Farmen von Gegenständen und FP da. In diesen beiden Kategorien gibt es nochmal separate Schwierigkeitsstufen. Wobei diese eher „Kapitel“ als „Schwierigkeitsstufen“ heißen müssten. Denn diese werden erst nach dem Erreichen eines bestimmten Story-Abschnittes freigeschaltet. Außerdem habe ich keine Erhöhung des Schwierigkeitsgrades bemerkt. Natürlich werden die Gegner ein wenig ausgefuchster und auch stärker. Aber wirklich viel schwerer nicht. Sobald man den Gegner durchschaut hat, ist es ein leichtes diesen zu besiegen.

Der Online-Multiplayer-Modus könnte etwas für Freunde sein, die gerne im Coop die Story eines Spiels durchspielen wollen, denn genau dies ist in „God Eater 2: Rage Burst“ möglich. Aber sie können auch die ganzen Nebenmissionen zusammen durchspielen. Somit bietet dies ein fast unerschöpfliches Fass voller Spaß für Multiplayer-Gamer. Die Spieler finden sich in einer Lobby zusammen und können von dort aus alles besprechen. Dann nimmt einer die Mission an, die gespielt werden soll und startet diese auch. Und schon geht es los. Auch die Belohnungen werden für alle Spieler fair verteilt und dadurch macht das Online Spielen mehr Spaß, als das Offline Spielen, da man immer einen Freund dabeihat.
Offline an einer Konsole geht dies leider nicht, was so das einzige Manko an dem Multiplayer-Modus ist.

Die Grafik von „God Eater 2: Rage Burst“ ist in einem Anime-freundlichen Cell-Shading-Look gehalten und passt somit super zu dem Spiel. Die Hintergründe sind zwar detailreich, aber leider sehr starr. Die Blumen und Bäume bewegen sich nicht im Wind und dadurch wirkt die gesamte Welt noch toter, als sie eh schon ist. Die Charaktere sind mit viel Liebe zum Detail gestaltet, aber leider auch etwas starr animiert. Sie machen keine überflüssige Bewegung und die Gesichter sind auch stocksteif gehalten. Selbst in emotionsgeladenen Videosequenzen, wo der Synchronsprecher sich die Seele aus dem Leib schreit, sind die Münder kaum geöffnet.

Der Sound ist in der Standardeinstellung super abgemischt und kann zwischen Stereo und Surround-Sound eingestellt werden. Dabei kann der Spieler alle Effekte selber abmischen und die verschiedenen Kommunikationsnachrichten von seiner Basis und den Gefährten einstellen. Die Informationsflut kann dadurch so geregelt werden, dass nur das wichtige gesagt und angezeigt wird.
Die Hintergrundmusik in der Basis bzw. in der Lobby kann aber doch nach kurzer Zeit sehr schnell nerven, da man besonders am Anfang des Spiels sehr viel Zeit dort verbringt und die Musik sich schnell wiederholt. Tonfehler gibt es keine.

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Die Synchronisation ist meist sehr emotionslos und der Spieler wünscht sich die japanischen Original-Sprecher. Dies steht leider nicht als Option zur Auswahl und somit muss der Spieler die mehr schlecht als recht gesprochenen Gefährten ertragen. Man hat schnell das Gefühl, dass viele Sprecher nuscheln und es den emotionsarmen Charakter-Mündern nachgeahmt haben. Außerdem sind die Sprecher meist alles andere als synchron. Dies fällt leider sehr häufig in Großaufnahmen eines Charakters auf. Die deutschen Untertitel sind aber sehr präzise gesetzt und teilen dem Spieler fast immer genau das mit, was die englischen Sprecher sagen. Ab und zu etwas abgekürzt. Wahrscheinlich aus zeitlichen Gründen, die der Spieler zum Lesen braucht. Dies ist aber vollkommen Okay und gut so.

Der Spieler entscheidet fast selber, wie schnell er mit „God Eater 2: Rage Burst“ fertig wird. Bis zu 100 Stunden kann der Spieler damit verbringen, die verschiedenen Waffen und Fertigkeiten zu steigern und somit die Bosse auf besondere Art und Weise zu erledigen. Falls er dies jedoch überspringt dürfte der Spieler um einiges schneller am Ziel sein. In so ca. 30-40 Stunden, je nach Geschick des Spielers.

Als Besonderheit beinhaltet „God Eater 2: Rage Burst“ in Europa außerdem das Remake des Remakes von „God Eater“. Nämlich „God Eater Ressurection“. Außerdem bietet das Spiel die Cross-Play-Funktion der verschiedenen PlayStation Systeme.

Fazit

„God Eater 2: Rage Burst“ ist ein Spiel, was auf einem erfolgreichen Manga-/Anime-Universum aufbaut und den Kampf gegen die Aragami dem Spieler überlässt. Von der Story, ist es aber leider recht flach, da es fast nur darum geht, die Welt zu retten. Und das auf eine sehr eintönige Art und Weise. Die Grafik ist auch nur „so lala“ für ein Cell-Shading-Spiel. Da habe ich mit den „Zelda“-Teilen oder „Prince of Persia“ schon Besseres gesehen. Der Sound macht immerhin vieles wieder gut, wenn er denn in der Basis nicht so penetrant wäre. Die Synchronsprecher klingen langweilig und bringen die Action und Emotionen leider nicht gut rüber.
Wem ich das Spiel „God Eater 2: Rage Burst“ dennoch empfehlen kann? Spieler, die auf Koop-Schnetzeln von Monstern stehen! Sowohl die Story als auch alle Nebenmissionen sind über das Internet im Koop spielbar. Und die gemeinsame Monsterjagd wird von einem super Kampfsystem gestützt, was auch sehr zügig auf die Eingaben des Spielers reagiert und somit viele coole Kombos ermöglicht.

Autor: Patrick Porsch

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God Eater 2: Rage Burst
Bewertung:
Grafik:3 von 5
Sound:4 von 5
Synchronisation:2 von 5
Story:3 von 5
Gameplay:5 von 5
Multiplayer:5 von 5
Gesamt: 3,5 von 5
Copyright-Hinweis:
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