Die Braut des Magiers Band 1

Die Braut des Magiers Band 1

„Die Braut des Magiers“ stellt Kore Yamazaki’s längste Manga-Reihe dar. Die Verbindung von jungen Mädchen und übernatürlichen Wesen als Thema, dreht sich die Geschichte um die Waise Chise und den geheimnisvollen Magier Elias und um viele Mythen.

Auf einem Sklavenmarkt findet sich die junge Waise Chise umringt von komischen Personen wieder. Sie ist 15 Jahre alt, rothaarig und eigentlich relativ umgänglich, wenn man einmal davon absieht, dass sie ihr Leben bis jetzt als Sklave verbracht hat.
Doch diese neue Auktion wird ihr Leben für immer verändern. Fünf Millionen Pfund werden für sie von dem Magier Elias geboten. Dieser verbirgt seinen gehörnten Totenschädel hinter einem dunklen Schleier und will Chise, welche er für eine sogenannte „Slay Vega“ hält, mit nach England in seinen Landsitz nehmen.

Für einen Magier der alten Schule, keinen Zauberer-Abklatsch oder Scharlatan, können die Slay Vega mächtige Verbündete sein, da sie über ein hohes Maß an Eigenmagie verfügen und somit in der Lage sind die magischen Formeln leicht zu verstehen und zu benutzen. Chise weiß allerdings überhaupt gar nicht was ein Slay Vega ist, hat den Begriff noch nie gehört und versteht auch nichts von Magie.
Umso überraschter ist sie natürlich als sie durch einen Teleportationszauber von ihrem neuen Meister Elias Ainsworth direkt in die englische Landschaft gezaubert wird und vor ihrem neuen Zuhause steht. Dort wird sie von ihren Fesseln befreit und als Lehrling angesprochen. Wie es scheint hat sich das Schicksal endlich einmal für Chise entschieden.

Während das verwirrte Mädchen ein Bad nimmt erscheinen ihr drei Feen, welche sie in die Magiewelt einweihen. Sie berichten von den Magiern von früher, mächtigen Personen die alles um sich herum verändern konnten und sie beschreiben auch Elias: Magier der Dornen, nennen sie ihn und beschimpfen ihn als Unhold. Die Slay Vega nennen sie Kinder der Nacht und verschwinden dann genau so schnell wie sie erschienen sind.
Nach ihrem Bad kann Chise Elias auch ein paar Fragen stellen und erfährt einiges über die Art der Magie, welche er benutzen kann. Er klärt außerdem auf, dass die Slay Vega übernatürliche und magische Dinge anlocken. Darum konnte Chise auch schon in jungen Jahren Feen sehen und mit ihnen kommunizieren. Eine solche Person ist eine Rarität und darum musste Elias bei der Auktion einfach zuschlagen.

Abends erscheint eine der Feen erneut am Fenster von Chise’s Zimmer. Gemeinsam machen sie einen Spaziergang im Wald und sie kommen zu einem See. Dort macht die Fee Chise ein Angebot. Gemeinsam könnten sie in der Magiewelt leben und fern von Elias, dem gefährlichen Magier und allen Schrecken der Welt in der Sterblichen existieren. Chise entscheidet sich aber für das Leben bei ihrem neuen Meister. Dieser kommt auch in genau diesem Moment und „rettet“ Chise vor den Feen, welche durch ihre Tricks und Verführungen schon viele Leben gekostet haben. In einer romantischen Geste trägt er Chise zurück nach Hause und offenbart ihr ein Geheimnis seines Plans: Er will seinen neuen Lehrling nicht nur zur Hexe ausbilden, sondern sie auch noch zur Braut nehmen.

Am nächsten Morgen lernt Chise Silky kennen. Diese ist die Nachbarin des Hauses, eine Fee die sich niedergelassen hat und nun als Hausherrin für jedwede Arbeit im Haus verantwortlich ist. Doch lange bleiben Elias und Chise nicht auf dem Land. Ein dringender Auftrag treibt den Magier in die Stadt, London, um genau zu sein Hier nimmt er das erste Mal ein menschliches Äußeres an, um in den Menschenmassen nicht zu sehr aufzufallen.

Der Auftrag treibt die beiden zu Angelica, einer Magierin und Handwerkerin der Magiezunft. Sie baut Maschinen, die von Magie anstatt von Elektrizität angetrieben werden und fertigt Edelsteine und Messer an, die für Zauber verwendet werden. Gemeinsam mit ihrer Tochter verkauft sie ihre Produkte an Magier wie Elias Ainsworth. Doch jetzt wo Chise in ihrem Laden aufgetaucht ist unternimmt auch sie eine kleine Übungsstunde in Magiekunde und ruft ihren Schutzgeist Hugo herbei, welcher nun seine Kräfte an Chise leiht, um es ihr zu ermöglichen einen magischen Kristall zu verformen. Das Produkt ist eine riesige kristallene Blumenwiese, welche Elias ganz und gar nicht erfreut, da diese Lehrstunde in Magie nicht von ihm persönlich durchgeführt wurde.
Auf dem Rückweg begegnen die beiden einem Priester namens Simon Kalm, welcher Elias um Hilfe bittet. Gemeinsam reisen Chise und ihr Meister also in den Norden, um die Aktivität der Drachen dort zu untersuchen.
Kaum angekommen wird Chise aber schon von einem Drachenreiter namens Lindel geschnappt und zur Brutstätte der Drachen gebracht. Elias taucht kurze Zeit später auch auf und spricht mit dem jungen Lindel über die Probleme mit denen die Drachen des Nordens zu kämpfen haben.
Unterdessen spricht Chise mit einem alten Drachen, welcher zum Sterben bereit ist und ermöglicht ihm durch ihre eigene Magie einen letzten Flug zu unternehmen. Kurz nach ihrem Flug stirbt der Drache und ein riesiger Baum wächst aus seinem Panzer hervor, der Kreislauf des magischen Lebens beginnt erneut und der magische Baum kann für die Herstellung eines Magierstabs benutzt werden.

Nachdem Elias seinen Auftrag ausgeführt zu haben scheint, geht es weiter zum nächsten Ziel, doch unterwegs begegnet ein Bote der Katzen den beiden Reisenden. Der König der Katzen ist auf die Hilfe des Magiers angewiesen und ruft ihn zu sich. Natürlich ist auch dies etwas völlig neues für die junge Chise. Sprechende Katzen die in einer Monarchie leben klingen wie aus einem Märchen und doch scheint etwas Wahres daran zu sein, denn schon kurze Zeit später findet sich Chise dem König der Katzen gegenüber stehend und mit ihm sprechend wieder. Dieser erzählt die Geschichte von einem bösen Mann, dem es Freude bereitete Katzen zu töten, bis er von den restlichen Katzen getötet wurde und auf eine kleine Insel inmitten eines Sees verbannt wurde.
Nun scheint der böse Geist wieder aktiv geworden zu sein und versucht den See zu überqueren. Dort angekommen wird Chise von einem mysteriösen blonden Magier geschnappt und inmitten des Sees fallengelassen, so dass sie beinahe untergeht. Ihr erscheinen jedoch Szenen aus dem Leben des bösen Menschen und am Ende wird sie von Elias gerettet. Dieser klärt seine Schülerin nun auf, dass die Insel im See gereinigt werden muss und dass er denkt das Chise diejenige sein sollte, die die Reinigung vornimmt.

In der Nacht wird Chise mit Räucherstäbchen und Glöckchen über den See geschickt nur um dort erneut von dem blonden Magier gefangen zu werden. Doch dieses Mal gibt sich auch dessen Meister zu erkennen, ein Magier namens Renfred, welcher auch Elias ein Begriff zu sein scheint. Doch bevor sich die Geschichte um den mysteriösen Magier auf der Insel aufklärt endet der erste Band von „Die Braut des Magiers“.

Leider folgen 16 Seiten Werbung für andere Mangas von TOKYPOP, was ein wenig verschwenderisch anmutet, wenn man überlegt, dass auf den Seiten durchaus noch etwas mehr Hintergrundgeschichte hätte stehen können. Kore Yamazaki hätte auch über Vorbilder für diese Geschichte sprechen können oder einige Fragen beantworten können.
Insgesamt muss man aber sagen, dass die Geschichte durchaus Fahrt aufgenommen hat. Die Charaktere von Chise und Elias, die am Anfang beide sehr schwer nachzuvollziehen und unbekannt sind, lassen langsam eine Entwicklung erkennen. Auch der Gegner Renfred, welcher erst am Ende des Bandes auftaucht, scheint durchaus ein interessanter Charakter zu sein, auch wenn er nicht wirklich tiefgehend beschrieben wird. Ein paar Details bleiben allerdings zu erkennen und so freut man sich nun schon auf den zweiten Band.
Der Zeichenstil unterstützt übrigens die Geschichte ganz wunderbar. Etwas ungenau und schroff in der Darstellung von der sterblichen Welt, werden magische Objekte, Wesen und Geschehnisse mit umso mehr Details und Genauigkeit dargestellt. So entsteht dann auch ein guter Kontrast zwischen Magiewelt und Menschenwelt, welcher durchaus erkennbar bleibt.

Humor:
Es gibt einige Momente die humoristisch aufgeladen sind und dann im Chibi-Stil dargestellt werden. Auch manche flapsige Sprüche sind durchaus vertreten, wobei diese eher als Charakterisierungen der Feen benutzt werden.

Action:
Actionreich geht es wirklich gar nicht zu. Die Magie in dieser Geschichte scheint insgesamt eher langsamer Natur zu sein. Sie wächst und gedeiht, fast wie eine Pflanze und entlädt sich nicht ruckartig wie eine Explosion.
Vielleicht wird es noch einen Magierkampf geben, aber in diesem Band gibt es noch keine gezückten Zauberstäbe und explodierende Magieschüsse.

Erotik:
Obwohl es sich hier um eine durchaus romantisch aufgeladene Geschichte geht und sogar im Namen des Mangas mitschwingt, haben wir tatsächlich relativ wenige Andeutungen auf eine romantische Beziehung zwischen Magier und Schülerin. Zwar gibt sich Elias durchaus als Gentleman mit gewählter Sprache und zuvorkommenden Gesten, doch gibt es kaum körperlichen Kontakt zwischen Chise und ihm.

Fazit

Ein gelungener erster Band einer Geschichte die nach mehr verlangt. Die Magiewelt die hier beschrieben wird ist auf ihre höchst mystische Art und Weise ansprechend und glaubhaft. Zwar scheint die Menschenwelt die meisten Teile der Magie verdrängt zu haben, doch eine kleine Bastion von Magiern, magischen Wesen und geheimnisvollen Gegenden verbergen sich noch immer. Die mitschwingende Nostalgie wenn die Charaktere über Magie sprechen, entlehnt sich anderen Geschichten in denen eine Kultur oder ähnliches unterzugehen droht.
Chise scheint dabei eine Schlüsselrolle in der Rettung der Magiewelt darzustellen und verbindet somit die Menschenwelt mit dem magischen Konterpart.
Die Aufmachung des Mangas, Zeichenstils, der grundsätzlichen Verarbeitung und des Inhalts lassen sich am Ende auf eine Kaufempfehlung hinunterbrechen. Leserinnen und Leser mit Spaß an phantastischen Geschichten sollten an diesem Manga nicht vorbeigehen.

Autor: Björn Molkenthin

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Die Braut des Magiers Band 1
Bewertung:
Story:4 von 5
Humor:4 von 5
Erotik:4 von 5
Gesamt: 4,0 von 5
Copyright-Hinweis:
MAHOUTSUKAI NO YOME © Kore Yamazaki